Nach der atemberaubenden Fahrt über den Cassier Highway treffen wir bei Junction 37 auf den Alaska Highway und biegen zum tanken nach rechts in Richtung Watson Lake ab. Direkt am Ortseingang befindet sich eine von mehreren großen Tank- und Raststätten. Wir tanken, entsorgen, besuchen den Schilderwald (Sign Post Forest mit über 80.000 Schildern) und stärken uns in einem "chinesischen" Diner: Das "Nugget Restaurant"! Da wir planen, in einigen Wochen wieder hierhin zurückzukommen, halten wir uns nicht lange auf. 

Weiter geht es auf dem Alaska Highway in Richtung Whitehorse. Die Strecke ist im Vergleich zum Cassier Highway viel befahren: viele US-Alaska-Besucher mit ihren riesigen Wohnmobilen, Trucks mit Bootsanhänger, manchmal auch normale PKWs fahren in Richtung Norden. Gefühlt ein Fahrzeug pro Kilometer. Unser Ziel ist der Stellplatz bei Rancheria. Als wir am späten Nachmittag dort ankommen, ist der Platz noch im Winterschlaf. Also weiter und suchen: wenige Kilometer weiter finden wir einen Rastplatz bei den Rancheria Falls. Anfangs stehen wir noch alleine zwischen den Schneeresten an beiden Seiten, später am Abend treffen noch einige andere Camper ein, so dass wir uns sicherer fühlen. Am nächsten morgen wollen wir die Wasserfälle anschauen: Pustekuchen! Der Schnee ist noch so hoch, dass wir den Wanderweg nicht gehen können. Schade. Also weiter....

Noch mehrfach überqueren wir aufgrund der Routenführung des Alaska Highway die Grenze zwischen Yukon und British Columbia. Die Landschaft ist weiterhin grandios, der Highway durchsetzt mit Baustellen, Gravel-Passagen und Caribous. Nächster Halt: Teslin am Teslin Lake (Der See ist übrigens 144 km lang!). Eine First-Nation Siedlung mit zwei Tankstellen und einem großen Stellplatz mit Waschmaschinen (www.yukonmotel.com)! Außerdem scheint - seit Kitwanga - die Sonne, und wir sitzen in der Wärme, schlürfen Wein und erholen uns von der nächtlichen Kälte. Es gibt sogar Internet!  Hier bleiben wir für eine Nacht und zwei Waschmaschinenfüllungen. Einen Rundgang durch die Tlingit-Siedlung  (leider hatte das George Johnston Museum geschlossen), bestaunen die Nisutlin-Bay-Bridge, abends grillen auf unserm Gasgrill und chillen ein wenig nach so vielen Kilometern! Weiter gehts am zugefrorenen Marsh Lake nach Whitehorse. Mittlerweile haben wir den 22. Mai.

Whitehorse (23./24. Mai)

Am frühen Nachmittag erreichen wir Whitehorse. Zu allererst checken wir ein: Hi Country RV Park (hicountryrv.co). (Hier hatten wir Gelegenheit, ein sehr nettes und Fahrrad begeistertes Ehepaar aus Boise kennenzulernen, mit denen wir zwei Abende am Lagerfeuer verbrachten) Dann mit dem Auto die letzten Kilometer ins Stadtzentrum. Wir parken an der Ecke Front Street/Jarvis Street vor den Store der "Kanoe People" am Yukon River. Dort gibt es einige Wohnmobil geeignete Parkplätze. Das Wildwest-ähnliche Stadtzentrum ist fußläufig zu erreichend hat einiges zu bieten. Im Norden schließen sich die Einkaufszentren zum Proviant fassen an, im Westen befindet sich der Airport. Da Whitehorse Ausgangspunkt für Reisen in die Wildnis ist, findet man viele Unterkünfte sowie Restaurants. Durch die Weitläufigkeit der Stadt ist es einfach, mit dem Camper durch die Innenstadt oder zu den Einkaufszentren zu fahren. Gegründet wurde Whitehorse - benannt nach den White Horse Rapids (Stromschnellen) auf dem Yukon - zu Zeiten des Klondike Goldrausches 1896. Nach kurzer Blüte hatte die Stadt in der 20er Jahren nur noch 4.000 Einwohner. Mit dem Bau des Alaska Highways in der 40er Jahren und der Stationierung von Truppen gab es erneut einen Aufschwung. Mit seinen heute 25.000 Einwohnern ist Whitehorse die Hauptstadt des Yukon Territories und damit Verwaltungs- und Versorgungszentrum im Norden Kanadas. 

In der Nähe  treffen wir auf einem Brachgrundstück eine Fuchsfamilie an: The urban red fox project, eine Studie über Gesundheits- und Krankenentwicklung unter Füchsen, die in städtischen Bereichen leben. 

Die alte Bahnstation der White Pass Linie. Sie startet in Skagway, verläuft über den Whitepass, Carcross nach Whitehorse. Von hier wurden die Goldfelder in Dawson mit dem Schiff erreicht.

Das McBride Museum, welches die Geschichte des Yukon und Whitehorse anhand von Artefakten darstellt. Lohnenswert! Interessant auch der Besuch des Yukon Beringia Interpretive Centre, welches die Tier- und Pflanzenwelt der heute vom Meer überschwemmten Brücke zwischen Russland und Alaska vorstellt.

Downtown!

Downtown.

Wir leisten uns eine gemütliche Pause im 506AllDayGrill auf der Main Street. (https://506alldaygrill.ca/).

Auf diese Schiffe wurden Mensch, Tier und Waren verladen, um nach Dawson zu gelangen. Hier die "Klondike", die als Museumsstück auf dem trockenen (Yukon-)Ufer liegt.

2149 2nd Ave: Das Redaktionsgebäude des "Whitehorse Star", einer Zeitung, die 1900 gegründet wurde.

Der beste Bäcker in Whitehorse! Die Alpine Bakery wurde von einem deutschen Ehepaar vor ca. 30 Jahren gegründet. Dort gibt es mal "richtiges" Brot anstatt Toastbrot. Zum Kaffee oder zum Frühstück....(https://www.alpinebakery.ca/)

Die alte Feuerwache.
Am 25. Mai geht es weiter in Richtung Skagway.

Am 25. Mai verlassen wir Whitehorse über den Alaska Highway  in Richtung Süden nach Skagway, nicht ohne vorher einen Abstecher zum Miles Canyon gemacht zu haben, wo sich der Yukon durch Lavagestein gefressen hat und für Schiffe unpassierbar war.

Nach ca. 20km erreichen wir den Carcross Cutoff, von wo es entlang der Whitepass Line nach Carcross geht. Vorbei am schillernden Emerald Lake, eine Touristenattraktion wegen des schönen blau-grüns des Sees.

Weiter zur  gleichnamigen "Wüste", eine beeindruckende Sanddünenlandschaft, die durch den Wind und die Gletscherrückstände erzeugt wurde.

Carcross selbst war eine Station an der White Pass Linie. Neben ein paar Häusern aus der Goldgräberzeit gibt es ein kleines Touristenzentrum mit Shops und einem netten Cafe.

Hier im Seengebiet vor dem White Pass leben die Tagish und Tlingit First Nations. Viele geografische Punkte sind von ihnen benannt.

Kurz vor dem White Pass: Unglaubliche Landschaften auf beiden Seiten der gut befahrbaren Straße.

 Wir müssen das zweite mal nach Alaska einreisen. Das funktioniert ganz unkompliziert. Die ESTA hatten wir schon zuhause beantragt. Danach geht es bergab zum Meer. 

Skagway direkt am Chilkoot Inlet ist eine wunderschön erhaltene Western Stadt aus den Tagen der Goldgräber. Aber Vorsicht: In den Monaten Mai - September besuchen bis zu 12.000 Kreuzfahrttouristen die Stadt. Pro Tag! Gott sei Dank aber nur von ca. 11 Uhr bis zur Kaffeezeit an Bord. Dann haben wir die Stadt wieder für uns! Stellplatz direkt am Hafen: