Nach Avalon
Zurück von Cow Head über Dear Lake, Grand Falls Windsor und Gander nach St. Johns und Avalon.
Tag 20
Von Cow Head fahren wir weiter nach Süden bis Dear Lake (ein großer Versorgungspunkt am Canada Highway), wo wir links nach Osten in Richtung Grand Falls Windsor fahren. So sind wir nun zum dritten mal auf dem Streckenabschnitt bis Sheppardville, aber danach durchqueren wir Neuland. Auf der Strecke kehren wir im White Bay Restaurant ein, einen Schnellimbis mit Tanke direkt am Highway (https://www.facebook.com/p/White-Bay-Restaurant-Gas-Bar-Convenience-Store-100063991967500/), und weiter nach Grand Falls Windsor. Im Ort haben wir wegen einer Baustelle Schwierigkeiten, den Sanger Memorial RV Park auf der Scott Avenue zu finden (https://erma.ca/). Aber am Ende können wir einen schönen Platz direkt oberhalb des Flusses beziehen. Leider wird es ein bisschen regnerisch und die Black Flies sind lästig. Nach einem kleinen Schläfchen gehen wir ein wenig den Pfad am Fluss entlang und biegen später ab in die High Street, wo wir beim Chinesen einkehren.(https://www.facebook.com/people/Taiwan-Restaurant/100064210174050/)
Tag 21
Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf, denn zwei Museen wollen besucht werden: Das Demasduit Regional Museum in Grand Falls Windsor sowie das North Atlantic Aviation Museum in Gander. Im Museum in Grand Falls Windsor steht Demasduit - auch als Mary March bekannt - im Mittelpunkt. Sie gilt als letzte Überlebende der Beothuk First Nation und verstarb 1820. Die traurige Geschichte über sie und ihren Stamm könnt ihr hier nachlesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Demasduit).
100 km weiter liegt das Aviation Museum in Gander. Die Stadt selbst verdankt ihre Gründung den Planungen der Newfoundland Railway (die es heute nicht mehr gibt) und der Notwendigkeit, dort einen Flugplatz zu bauen. 1938 starteten und landeten die ersten Maschinen. Während des zweiten Weltkriegs wurde Gander ein wichtiger Stützpunkt zur U-Boot Jagd und der Überführung von Maschinen nach Europa. In den Jahren danach wurde der Platz als Zwischenstop für Atlantikflüge genutzt, bis in den 60er Jahren die Reichweite der Flugzeuge ausreichte, ohne Zwischenstop in die Nordamerikanischen Metropolen zu fliegen. In den Tagen nach dem Anschlag am 11.9.2001 wurden mehr als 6000 Passagiere gut und freundlich dort versorgt, da der Luftraum gesperrt und die Maschinen nach Gander umgeleitet wurden. Nördlich von Gander befindet sich der Ort Botwood, in dessen Meeresbucht in den 30er Jahren die transatlantischen Wasserflugzeuge ihren Zwischenstop einlegten. Leider war das Museum dort geschlossen.
Auf der Fahrt am Nachmittag in Richtung der Halbinsel Avalon regnete es immer stärker. Eigentlich wollten wir auf den RV Platz in Arnold´s Cove, den wir aber nicht auf Anhieb fanden, sodass wir auf dem Canada Highway weiter zum Bellevue Beach Campground (http://www.bellevuebeachcampground.com/) fuhren, wo wir vorher anriefen, ob er geöffnet war. Man, waren wir froh, als wir auf unserem Platz standen! Es regnete noch die ganze Nacht.
Tag 22
Bestes Wetter in St.Johns! Sonne und über 20 Grad entschädigen uns für die vorherige Nacht. Als Ausgangspunkt für unsere Stadterkundungen haben wir uns den Pippy Park Campgrounds and Trailor Park ausgesucht, ein schöner Platz Ort mit großzügigen Plätzen, Mini Markt und Waschgelegenheiten. Direkt in der Nähe ist eine Bushaltestelle, von wo der Bus über die Universität (wo man umsteigen muss) in die Stadt fährt. Das machen wir auch am frühen Nachmittag, bummeln durch die Straßen im Hafenviertel: Water Street, George Street und einige andere im Zentrum. St. John´s hat ca. 110.000 Einwohner und ist eine der ältesten Siedlungen in Nordamerika und Kanadas westlichste Stadt. Eigentlich gibt es nur drei Städte auf Neufundland: St. John´s mit den angrenzenden Gemeinden Concepcion Bay South sowie Mount Pearl, Corner Brook und Grand Falls Windsor. Wer das Landleben nicht mag oder dafür nicht geeignet erscheint, lebt in einem dieser Ballungsräume. Daher sieht man hier in St. John´s auch mal schrille und ausgefallene Personen, aber auch Obdachlose oder Junkies sind hier anzutreffen. Als wir ein wenig Appetit verspüren, kehren wir in die Rocket Bakery auf der Water Street ein (https://rocketfood.ca/). Am späten Nachmittag versorgen wir uns im Fish Depot (https://www.fish-depotnl.com/) mit Räucherlachs für den Abend im Camper.
Schöner Platz im Pippy Park.
Die Water Street.
Am Harbour Drive: Erstaunlicherweise gibt es hier kaum Gastronomie.
Gut zu sehen sind die bunten Häuser, neben dem Cabot Tower ein Wahrzeichen der Stadt.
Die Bucht mit Hafen.
Überall: witzige Graffities an Mauern und Hauswänden.
Tag 23
Einkaufen steht an erster Stelle: Dazu fahren wir wir den Canada Highway nochmals wenige Kilometer nach Osten, am Flughafen vorbei zu einem großen Walmart Supercentre. Da sich auf den RV Parks immer das Grillen anbietet, schauen wir nach Hühnchen, Kotletts und Bratwürsten. Gabi schaut sich bei den Salaten um. Später brauche wir noch DEF (Diesel Exhaust Fluid, Addblue), was wir nebenan in einem Autozubehörhandel kaufen (10 Liter für ca. 17 CAD), danach geht der Urlaub mit dem Cabot Tower weiter. An diesem Punkt wurde das erste transatlantische Funksignal 1901 empfangen. Guglielmo Marconi hat dies in seinem Tagebuch vermerkt. Weiterhin sind die festungsartigen Anlagen in den Berghängen zu besichtigen und es gibt wirklich beeindruckende Aussichtspunkte auf die Bucht von St. Johns als auch auf das Meer und die Küste. In weiter Entfernung ist sogar Cape Spear, der östlichste Punkt Nordamerikas, zu sehen. Dort wollen wir am nächste Tag hin. Weiterhin gibt es ein Café im Signal Hill Visitor Centre. Ebenso ein Geologie Museum.
Am Nachmittag wollen wir noch zur Brauerei unseres Lieblingsbieres Quidi Vidi 1892 (https://quidividibrewery.ca/). In der kleinen Bucht unweit der Hauptstadt liegen die sehr fotogen die bunten, kleinen Fischerhäuser. Der Dorfname gab dem Bier den Namen. Also hinein ins Brauhaus - und tatsächlich: es sind noch Plätze auf der Terrasse frei! Mit Blick auf die kleine Bucht und einem handfesten kanadischen Abendessen lassen wir den Tag ausklingen und fahren zurück zum Pippy Park.
Am Tag 24
....machen wir uns auf zum Cape Spear, Nordamerikas östlichster Punkt. Dort befinden sich zwei Leuchttürme: einer - noch in Betrieb - wurde 1955 erbaut, der andere ist deutlich älter, nämlich von 1832 und damit der älteste bestehende Leuchtturm in Kanada. Diese wurde als Museum eingerichtet. Das Cape ist ein herrlicher Ort an der felsigen Küste und mit den Sehenswürdigkeiten wie die Geschützanlagen aus dem 2. Weltkrieg, dem Museum, einem Souvenirshop sowie der beeindruckenden Landschaft einen Besuch wert.
Wir folgen der sehr schönen Küstenstraße (Route 10) weiter nach Süden. Als Übernachtungsplatz haben wir uns den Chance Cove Provincial Park ausgeguckt. Doch zuerst geht es durch eine liebliche Küstenlandschaft. Es geht durch Orte wie Doyle, Petty Harbour, wo wir in Chafe´s Landing (https://chafeslanding.ca/) eine angenehme Rast mit Lobster Rolls einlegen, Bay Bulls, Witless Bay mit seiner Witless Bay Ecological Reserve, in der schätzungsweise 260.000 Paare des Atlantic Puffin (Papageientaucher) leben.
Weiter südlich liegt Ferryland, die erste dauerhafte Ansiedlung von Europäern auf Neufundland (ca. 1621). Doch in den schon hundert Jahren zuvor wurde der Ort als Stützpunkt von Portugiesen, Franzosen und Engländern genutzt, aber schon wenige Jahre später wurde die Siedlung aufgegeben. Heute zeugen die ausgegrabenen Grundmauern und das älteste Kopfsteinpflaster Nordamerikas von den Aktivitäten jener Jahre.
Am südöstlichen Ende der Halbinsel liegt der Chance Cove Provincial Park, in den wir von der Route 10 nach links abbiegen und ca. 5 km auf einer Gravelroad in Richtung Küste fahren. Einsam gelegen sind wir die einzigen Camper, die den Platz in dieser Nacht nutzen. Campingstühle raus, Beine hochlegen und mit einem Quidi Vidi Bier die Ruhe genießen! Später wird gegrillt, abgeschlossen wird der Tag mit einem Spaziergang zur Küste.
Cape Spear, "neuer" Leuchtturm.
Der "Alte".
Petty Harbour.
Chafe´s Landing Restaurant.
Ausblick auf die schöne Küste bei Tors Cove.
Das älteste Kopfsteinpflaster Nordamerikas.
Die Ausgrabungen in Ferryland.
Chance Cove Provincial Park.
Der RV Platz im Park.
Die Küste im Chance Cove P.P.: Am Morgen scheint sich das Wetter zu ändern.
Tag 25
Und tatsächlich: am nächsten Tag hat sich das Wetter geändert und wir müssen durch eine neblige Suppe weiterfahren. Beinahe hätten wir das Mistaken Point Interpretive Centre verpasst: Hier werden die 565 Millionen Jahre alten Abdrücke von Pflanzen und Tieren, die seinerzeit auf dem Meeresboden gelebt haben, gezeigt. Allerdings befindet sich der Fundort der Fossilien ca. 15 km südöstlich des Centers, wohin geführte Touren vom Interpretive Centre aus organisiert werden können. Aber bei Nebel verzichten wir...
Die Wahrscheinlichkeit, Wale vom Ufer aus zu sehen soll in Saint Vicent´s am größten sein (Whales Playground). Aber der Nebel lässt keine weite Sicht zu. Nur ein Seehund beäugt die Whalewatcher am Ufer. Schade.
Es geht wieder nach Norden, und siehe da, der Nebel lichtet sich, und wenige Kilometer weiter scheint wieder die Sonne von einem blauen Himmel.
Wir nehmen eine Nebenstrecke von Colinet nach Placentia (Route 91), die sich als Schlagloch übersäte Schotterpiste entpuppt. Mit 30 km/h schleichen wir entlang, um nicht das komplette Geschirr hinten zu zerschlagen.
In Placentia steigt wieder der Nebel von der Küste auf, aber man verpasst nicht viel: Ein Versorgungsstützpunkt mit Handwerk, Industrie, Tankstellen und Schnellimbissen. Allerdings fuhren wir durch Southeast Placentia. Dort reihen sich schöne Häuser am Meeresarm, der allerdings so gut wie ganz von der offenen See abgeschnitten ist, da es nur einen schmalen Zulauf gibt, über den im Norden von Placentia eine Zugbrücke führt. Wir erreichen im Nebel den Sunset RV Park und checken auf dem weiträumigen, nicht sehr schönen Gelände ein.
Tag 25
Mistaken Point und die 565 Millionen Jahre alten Fossilien.
The Wales Playground, leider heute ohne Wale.
Der Sunset RV Park in Argentia. Bitte schnell wieder weg!
Tanken in Placentia.
Das sind die Mengen und Preise!
Tag 26
Auf schlechten Straßen fahren wir am Morgen im strömenden Regen zur Cape Saint Mary´s Ecological Reserve, einem großen Vogelschutzgebiet ca. 60 km südlich (https://www.newfoundlandlabrador.com/destinations/cape-st-marys). Die letzten Meter zum Interpretation Centre sind einspurig, Ausweichstellen gibt es nur wenige. Und natürlich kommt uns ein anderes Wohnmobil entgegen, dessen Fahrer nicht so erfahren wirkt. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als hunderte Meter zurückzusetzen, um uns vorbeizulassen (Ein Passieren der Fahrzeuge habe ich ihm nicht zugetraut....).
Die Wolken reißen ein wenig auf und der Regen hört auf: Was für eine Sicht an der Steilküste auf gefühlte Millionen von Seevögeln! Die Luft schwirrt von perfekten Seglern. Auf der Rückfahrt nehmen wir einen Lunch im "Da Birds Eye", dann nehmen wir Kurs auf Arnold´s Cove zum Jack´s Pond Park (https://jackspondpark.com/) - wieder am Canada Highway - , den wir nach ca. zwei Stunden Regenfahrt erreichen. Es regnet die ganze Nacht hindurch. Sind gespannt, wie es wettermäßig weitergeht!
Weiter mit "Bonavista Peninsula und Twillingate"!