Von den Arrow Lakes nach Calgary und Drumheller

Über den Hauptkamm der Rocky Mountains zu den sagenhaften Badlands um Drumheller.

Vom Arrow Lake zum weltberühmten Lake Louise (10. Tag, 370km)

Heute müssen wir unsere gemütliche Hütte am See verlassen. Bei schönstem Wetter geht es in Richtung Rockies Hauptkamm. Zuerst geht es nördlich von Nakusp zur Fähre nach Galena Bay. Dort setzen wir über ans andere Ufer. Unterwegs kommen wir ins Gespräch mit dem Fahrer eines Unimogs mit Wohnkabine und deutschem Kennzeichen: sie sind den ganzen Weg von Feuerland nach Kanada gefahren (!) und haben sich dafür ein Jahr Zeit genommen. Das würden wir uns nicht trauen! 

 

Weiter in den Wintersportort Revelstoke (nette Main Street mit Cafés etc.) sowie einem Eisenbahnmuseum. Hier treffen wir wieder auf den Trans-Canada-Highway. Da Revelstoke die letzte Stadt vor der Rocky-Überquerung ist, gibt es außerhalb des Zentrums unzählige Tankstellen, Supermärkte, Fastfood-Restaurants u.ä. mit riesigen Parkplätzen. Man sieht alle Arten von Fahrzeugen: die riesigen Sattelschlepper, Wohnmobile, SUVs mit Bootsanhängern und natürlich das nordamerikanische Modeauto: der Pickup, mindestens 5 m lang und 2 m hoch, die Ladeflächen meistens leer. Das grüne Gewissen hat sich hier bei mindestens 20 Liter Verbrauch noch nicht durchgesetzt…. 

 

Der Trans-Canada-Highway schlängelt sich nun durch immer höher werdende Berge zweispurig, manchmal vierspurig in das Zentrum der Canadian Rocky Mountains. Vor Lake Louise durchqueren wir ein weites Tal: es scheint, als würden sich die Gebirgszüge an beiden Seiten für hunderte von Kilometern nach Süden ziehen....wahrscheinlich ist es auch so! Die Stadt im Tal, Golden, lassen wir rechts unter uns liegen. Wenige Kilometer weiter dann der Lake Louise: rechts, direkt am Highway, der Ort Lake Louise mit Hotels, Restaurants aller Art sowie den üblichen Tankstops. Lake Louise unterhalb des Sees ist eher zweckmäßig auf Touristen eingestellt. - Wir checken im Lake Louise Inn ein, ein passables Mittelklassehotel mit Restaurant (https://www.lakelouiseinn.com). Wir wollen gleich weiter zum See: die Straße führt an endlosen, riesigen Parkplätzen vorbei, schlängelt sich dann hoch zum oberen Parkplatz ziemlich direkt am See. Man mag sich nicht vorstellen, wie es hier zur Hauptsaison aussieht: mit Bustransfers von den entlegenen Parkplätzen hinauf zum See mit langen Wartezeiten….

Vom Parkplatz zu Fuß noch ein paar Meter Richtung See.  Was ist das?? Das kann doch nicht sein! Der ganze See ist am 18. Mai immer noch komplett zugefroren! Und auch der Rundweg am See entlang ist nicht passierbar. Doch der Blick über den See auf die  Gletscher ist überwältigend. Vor dieser Kulisse  eher seltsam erscheint uns allerdings der bekannte Bau des 5-Sterne- Hotels am Ufer (https://www.fairmont.com/lake-louise/). 

Um halb neun gehen wir ins Restaurant und sind vollkommen erstaunt darüber, dass bald die Küche schließt. Aber halt, wir sind in einem neuen Bundesstaat - Alberta -  mit anderer Zeitzone! Alberta liegt eine Stunde weiter vor. Also schon halb zehn!

Die Pizza war trotzdem hervorragend.

Vom Lake Louise nach Calgary (11. Tag, 181km)

Nach den obligatorischen Spiegeleiern am Morgen mit gewohnt dünnem Kaffee entscheiden wir uns, nicht weiter dem Trans-Canada-Highway zu folgen, sondern die parallele Landstraße zu nutzen, die landschaftlich weitaus reizvoller ist (Route 1a, Bowvalley Parkway). Leider war der Bowvalley Parkway von Lake Louise aus gesperrt, sodass wir erst in Castle Junction auf die 1a abbiegen konnten. Es ist 

nicht übertrieben, wenn ich sage dass dies eine der schönsten Strecken ist: Naturnähe, schöne Ausblicke, Wandermöglichkeiten und Picknickplätze, sogar Radwege. Gleichzeitig spürt schon die Nähe zur Millionenmetropole Calgary. Wir waren an einem Samstag unterwegs, und aus Richtung Calgary kam uns ein Strom von Fahrzeugen entgegen, alle mit dem Ziel, einen schönen Tag in der Natur zu verbringen. Darunter tummelten sich noch Fahrrad- und Motorradfahrer. Unsere Empfehlung: lieber unter der Woche, und lieber nicht im Juli oder August!


Wenige Kilometer weiter erreichen wir Banff, die Freizeit- und Touristenmetropole dieser Gegend. B&Bs, Hotels und Restaurants säumen die Einfahrtsstraße, die in einem hübschen, übersichtlichen Stadtzentrum endet. Ein Hauch von Schweiz und Luxus schwebt über allem, sämtliche Nationalitäten sind vertreten, für jeden Geldbeutel gibt es was zu bestaunen. Auffällig viele Radfahrer sind unterwegs: kein Wunder, rund um Banff gibt es ein gut ausgebautes Streckennetz. In dem Getümmel haben wir eine kurze Mittagspause eingelegt, dann geht es weiter nach Calgary, wo wir die nächste Nacht verbringen wollen.


In Canmore biegen wir auf die Route 40 ab, die über Cochrane nach Calgary führt. Imposant: mit einem Schlag hören die Berge auf; schaut man nach Osten, wird es flach. Hier beginnen die unendlichen Weiten der ehemaligen Prärielandschaft Zentralkanadas. Ein bisschen traurig sind wir schon, die wunderschöne Landschaft der Rockies hinter uns zu lassen. Aber wir sind auch gespannt auf die nächsten 10.000km. 


Schon von weitem ist die Skyline von Calgary sichtbar. und schon viele Kilometer davor säumen triste graue Neubausiedlungen unsere Strecke. Wir haben ein Hotel direkt in der Stadtmitte gebucht: https://www.marriott.com/hotels/travel/yycfi-fairfield-inn-and-suites-calgary-downtown/?scid=bb1a189a-fec3-4d19-a255-54ba596febe2. Von hier aus ist alles fußläufig erreichbar. Schön, dass es Samstag ist, denn heute Nachmittag und vor allem morgen können wir das Auto kostenlos und ohne Einschränkung direkt auf der Straße vor dem Hotel parken. Der Plan: Abends ins Restaurant Silver Dragon in China Town (http://www.silverdragoncalgary.ca), morgen ins Glenbow Museum (http://www.glenbow.org) und in die Stephan Avenue zum Bummeln (http://www.calgarydowntown.com/saw.html). Weitere Sehenswürdigkeiten z.B. unter https://calgaryattractions.com.

Auf  dem Weg nach Chinatown fällt auf, dass die Stadt von der Trans-Canada-Railway durchschnitten wird. Große Tunnels führen den Auto- und Fußgängerverkehr von einer Seite auf die andere. So haben wir es später auch in Winnipeg erlebt, in Regina ist es ähnlich. Futuristische Hochhäuser stehen direkt neben kleinen Ladengeschäften oder Kirchen, etliche Kunstobjekte werten Straßenzüge und Firmengebäude auf.  Bei alledem ist zu berücksichtigen, dass die Stadt erst knapp 150 Jahre alt ist. Somit sind die Kanadier stolz auf Dinge, die für uns noch nicht lange her sind. Eine Feuerwache aus dem Jahr 1906 ist schon eine kleine Sensation!

Von Calgary nach Drumheller, die Dino-Hauptstadt (12. Tag, 135km)

Am nächsten Mittag verlassen wir Calgary in nördlicher Richtung; unser Ziel sind die Badlands. - Freunde hatten uns empfohlen, bei einem großen Outdoor-Geschäft halt zu machen. Tatsächlich war dieses vom Highway aus sichtbar. Also fuhren wir ab und statteten der riesigen Firma einen Besuch ab. Hier bleiben keine Wünsche offen: Flinten, Angeln, Zelte, alle Arten von Grills, Kleidung, Schuhe u.s.w.. https://www.cabelas.ca/find-a-store/calgary/14

Nach xic Kilometern erreichen wir die  Badlands. Die karge weitläufige Landschaft ist hier durch Canyon geprägt. Kies-, Sand- und Schotterablagerungen wurden durch Verwitterung und Wasser abgetragen, ältere Gesteinsschichten kamen ans Tageslicht: eine ideale Voraussetzung für Fossiienfunde! Deswegen sind wir hier! 

Der erste beeindruckende Landschaftseinschnitt, der auch etliche Wanderwege aufweist, war der Horseshoe Canyon (http://www.kneehillcounty.com/2272/Horseshoe-Canyon) mit großzügigem Parkplatz. 

Auch das Städtchen Drumheller liegt in einer solchen Senke: die steile Abfahrt von der Ebene ins Flusstal unterstreicht das. Schon beim Einfahren begrüßt uns ein riesiger Pappmache´-Dino - 26 m hoch, direkt neben der Touristen-Info - und die Straßen von Drumheller sind mit bunten Dinosaurier-Plastiken verschönert; sogar die Straßennamen erinnern an deren Artenvielfalt.  Drumheller wirbt für sich als „Dinosaur Capital of the World“, denn in dieser Gegend wurden spektakuläre Fossilien-Funde gemacht, präsentiert im Tyrell-Museum ganz in der Nähe der Stadt. 

Als kleines landwirtschaftliches Zentrum bietet Drumheller im übrigen alles, was man braucht. Sogar ein griechisches Restaurant! (Zu empfehlen: https://m.facebook.com/athensdrumheller. Zunächst aber checken wir ein: in der Travellodge direkt am Fluss (https://www.wyndhamhotels.com/hotels/drumheller-alberta?brand_id=TL).



Die Badlands und das Tyrell Museum (13. Tag)

Heute machen wir die wirklich empfehlenswerte Rundfahrt auf dem Dinosaur Trail: 1. Station: Orkney Viewpoint mit einem grandiosen Blick in das Tal hinab, 

2. Station:  die Flussüberquerung mit der alten Kabelfähre und dann den Trail weiter (mit einigen Aussichtspunkten und Wandermöglichkeiten) . Dann kommt als 3. Station das absolute Highlight: das Royal Tyrrell Museum (http://www.tyrrellmuseum.com). Das Museum ist wirklich spektakulär: ein architektonisch anspruchsvolles Gebäude in einer wilden Landschaft mit einer beeindruckend inszenierten  Ausstellung von Dinosaurier-Funden und zu entwicklungsgeschichtlichen Themen. 

Auch der Außenbereich ist einen Rundgang wert. Vor allem sehen wir dabei Hoodoos verschiedenster Größen -  turmartige, durch Erosion geformte Gebilde aus Sedimentgesteinen.