Von Huntsville nach Quebec durch den Algonquin Park
Von Huntsville nach Pembroke (31. Tag, 234km)
Am Morgen holen wir Geld am Bankautomaten, ich selbst lasse mir beim Mid-Town Barbering and Hairstyling die Haare schneiden, einem Herrenfriseur im Stadtzentrum. Für 20 CAD bin ich wieder einsatzbereit für die nächsten Etappen! Gabi kauft das von Einheimischen empfohlenen Schnaken-Spray: „Deep Woods“ von der Firma Off (https://off.com/en/product/deep-woods).
Auf geht‘ s zum Algonquin Park. Dort machen wir an der Touristeninfo halt, um uns nach überschaubaren Wanderrouten zu erkundigen (http://www.algonquinpark.on.ca/index.php). Ein netter Ranger gibt uns ein paar Tips, und am Ende laufen wir seinen Lieblingsweg ab: den Lookout Trail, ein ca. 3 km langer Wanderweg, zum Teil steil hinauf durch dichten Wald zu einem wunderschönen Aussichtspunkt mit Sicht auf weite Teile des Parks. Was nicht zu unterschätzen ist: die sogenannten Black Flies. Die stechen nicht, sondern beißen. Durch ein Gift spürt man den Biss nicht, bis man plötzlich das Blut sieht. Hinterher juckt es teuflisch. Der Heilungsprozess dauert deutlich länger als eine Woche. Einheimische tragen zu dieser Jahreszeit eine Art Imkerschutz, also Netze für den Kopf und alles bedeckende Kleidung. Schade eigentlich, bei dem schönen und warmen Wetter. Deep Wood verhindert die schlimmsten Attacken.
Weiter nach Pembroke: hier erreichen wir das wirklich romantische Ottawa River Valley. Pembroke selbst finden wir ziemlich reizlos, ein landwirtschaftliches Zentrum mit der üblichen Mainstreet. Wir essen in der Nook Creperie (http://nookcreperie.ca) und übernachten im Travellers Inn (https://travellersinnpembroke.com).
Von Pembroke nach Ottawa (32. Tag, 150km)
In Pembroke überqueren wir am nächsten Morgen den Ottawa River, verlassen damit Ontario und kommen nach Quebec. Lieblich schlängelt sich der Fluss im sanften Tal, linker Hand tauchen höhere Berge auf. Die Landschaft ist geprägt durch Land- und Viehwirtschaft. Für Touristen gibt es aber außer den alten, überdachten Holzbrücken nicht viele Möglichkeiten einzukehren. Also genießen wir die schöne Landschaft und kommen am frühen Nachmittag in Ottawa an. Nachdem wir im Hampton Inn by Hilton (https://hamptoninn3.hilton.com/en/hotels/ontario/hampton-inn-by-hilton-ottawa-YOWCNHX/index.html?SEO_id=GMB-HP-YOWCNHX) eingecheckt haben, brechen wir gleich mit dem Wagen ins Stadtzentrum auf und besuchen den Bayward Market (www.bayward-market.com), ein Amüsier-, Einkaufs- und Restaurantviertel. Gott sei Dank können wir das teure Parkhaus meiden, weil wir zufällig in dem Trubel einen Parkplatz finden. So bummeln wir durch das Viertel, gehen zum Ottawa River mit einem schönen Blick auf die mächtigen burgartigen Parlamentsgebäude. Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, hat natürlich einiges zu bieten. Aber auf unserer Reise kann man sich nicht alles anschauen. Am späten Nachmittag werden wir hungrig und speisen draußen im hm....vergessen....
Am frühen Abend kehren wir zurück zum Hotel.
Von Ottawa nach North Hatley (33. Tag, 334km)
Am nächsten Morgen frühstücken wir im Hotel. Der Plan: morgens in die National Gallery of Canada (https://www.gallery.ca) und danach nach Montreal. Aber es sollte ganz anders kommen.
Bis zum frühen Nachmittag atmen wir Kunst in der Nationalgalerie, bewundern die Mutter aller Spinnen im Eingangsbereich und fotografieren auch die Kirche „Notre Dame“ von Ottawa mit ihren silberbeschlagenen Türmchen. Als wir uns auf der Terrasse der Galerie unsere Übernachtung in Montreal buchen wollen, stellen wir extrem hohe Hotelpreise an diesem Wochenende fest. In Zentrumsnähe gibt es nichts unter 300 CAD. Vielleicht gibt es irgendeinen Event? Und tatsächlich: Die Formel 1 macht an diesem Wochenende Station in Montreal. Da verzichten wir eher auf Montreal und planen um. Die Gegend um den Lake Magog scheint uns sehenswert: am nördlichen Ende der Apalachen, man kann sogar den Mount Washington in New Hampshire in der Ferne erahnen.
Trotzdem müssen wir durch den Moloch Montreal. Eine große Baustelle an der Stadtautobahn zwingt uns, die gekennzeichnete Umleitungsstrecke zu fahren. Aber was ist das? Am Ende kommen wir wieder an der gleichen Stelle raus. Haben wir ein Schild übersehen? Also nochmals auf die Umleitungsroute: Nein! Schon wieder am Ausgangspunkt angekommen. Seit 40 Minuten fahren wir im Kreis. Und tanken müssen wir auch. Wir versuchen, uns durch die Innenstadt unter Vermeidung des Highways zu schlängeln und kommen tatsächlich am Pont Champlain aus, die Brücke, die uns in Richtung Magog führt.
Gebucht haben wir in dem hübschen B&B Auberge La Raveaudiere in North Hatley am Lake Massawippi (http://www.laraveaudiere.com). Gutes Frühstück und ein wunderschöner großer Garten laden zum Verweilen ein. Jetzt sind unsere Französischkenntnisse gefragt. Die Besitzer sprechen nur gebrochen englisch. Interessant ist, dass beide an der Côte d’ Azur gearbeitet haben, bevor sie nach Kanada ausgewandert sind. In den Gesprächen hören wir heraus, dass sie gerne weiterziehen, eventuell das B&B verkaufen möchten. Wie schade. Es hat uns gut gefallen und wir entscheiden spontan, zwei Nächte zu bleiben. Am Abend machen wir einen kleinen Spaziergang zum Dorfzentrum und essen dann im Pilsen Restaurant et Pub (http://www.pilsen.ca).
North Hatley (34. Tag)
Heute nutzen wir den wunderschönen Garten und schieben die Liegen in den Halbschatten der alten Bäume. Am Nachmittag gönnen wir uns was Süßes: http://www.aubergelachocolatiere.com. Am Abend zieht es uns wieder ins „Pilsen“. Nach der vielen Fahrerei tut ein Ruhetag richtig gut!
Von North Hatley nach Quebec (35. Tag, 229km)
Durch eine saftig-grüne sanfte Landschaft fahren wir über kleine Nebenstraßen nach Quebec. Vom Stadtbild ist Quebec sicherlich eine der schönsten Städte Kanadas. Das gilt vor allem für die beiden Altstadtquartiere, eines hoch oben auf dem Berg in der Nähe der Festung mit einem wunderbaren Blick auf den Sankt Lorenz Strom, das andere unten am Wasser. Beide sind durch eine Zahnradbahn verbunden. Überall hört man die Leute französisch sprechen, auch die Schilder und Anzeigen sind in dieser Sprache.
Nachmittags beziehen wir unser Zimmer im Chateau Fleur de Lys (https://chateaufleurdelys.com/fr/). Von dort ist man fußläufig auf der Festung, im oberen Altstadtbereich und in der Neustadt. Alles wirkt fast wie in Europa. Aber das ist ja auch kein Wunder, gehen doch die europäischen Ursprünge der Stadt auf das 17. Jahrhundert zurück.
Natürlich fahren wir mit der Funicolair in den unteren Teil der Altstadt und bummeln dort noch eine Weile bevor wir ins Bistro sous le Fort (http://www.bistrosouslefort.com). Trotz des touristischen Eindrucks werden wir mit anspruchsvoller Küche zufrieden gestellt.