Nova Scotia mit Cape Breton

Von Digby nach Shelburne (43. Tag, 197km)

Morgens verlassen wir Digby und fahren in südwestlicher Richtung der Küste entlang. Hier kommen wir durch die akadischen Regionen von Nova Scotia. Die Akadier (französisch: Acadiens) sind Nachkommen von französischen Siedlern aus dem Poitou, der Bretagne und der Normandie, die sich im 17. Jahrhundert vor allem in den Küstengebieten der damaligen französischen Kolonie Akadien niedergelassen hatten. Dieses Territorium war eine im Nordosten Nordamerikas gelegene Region und umfasste in etwa das Gebiet der heutigen kanadischen Provinzen Nova Scotia, New Brunswick und Prince Edward Island sowie den Norden des US-Bundesstaates Maine. Die Akadier haben sich bis heute eine gewisse Eigenständigkeit erhalten. 

Mittags erreichen wir Yarmouth, eine mittelgroße Hafenstadt. Dort wollen wir zum Leuchtturm am Cape Forchu hinaus: Nach ein bisschen Sucherei finden wir das Sträßchen, dass zum Kap führt. Interessant die kleinen und schiefen Hütten am Meer mit den obligatorischen Hummerkäfigen. Am Leuchtturm gibt es Picknickplätze und einen Kiosk. Wir genießen die Sonne und das Meer!

Am Nachmittag kommen wir in Shelburne an, einem ehemaligen Fischerort mit einer kleinen „Altstadt“ direkt am Wasser. Die Waterfront ist sehr fotogen, und wir bekommen sogar ein Zimmer in einem dieser alten Häuser: The Cooper´s Inn B&B ist sehr schön renoviert, die Zimmer sehr edel und romantisch eingerichtet, das Frühstück ein Traum. Das sehr hohe Preisniveau von annähernd 200 CAD pro Zimmer überrascht uns allerdings. Nach einem Umtrunk mit den anderen B&B Gästen und einem Spaziergang durch den Ort landen wir im Charlotte Lane Café (http://www.charlottelane.ca) mit einem Schweizer Koch. Sehr zu empfehlen!

Von Shelburne nach Peggy´s Cove (44. Tag, 211km)

Lunenburg und Peggy´s Cove sind die Highlights des heutigen Tages. Zur Mittagszeit erreichen wir Lunenburg (https://www.novascotia.com/explore/top-25/lunenburg), UNESCO Weltkulturerbe -  quasi Shelburne „in groß“, mit schöner, alter Waterfront, aber auch die Mainstreet hat sich das Ursprüngliche aus dem 18. Jahrhundert bewahrt. Hier macht es Spaß zu bummeln, die alten Häuser zu bestaunen und das Angebot an Gastronomie zu genießen. Zwar alles sehr touristisch, aber lohnenswert!

Am frühen Nachmittag geht es weiter nach Peggy´s Cove. Ein schöner Flecken, wo Land und Meer ineinander übergehen. Der Leuchtturm steht auf den hellen, glatten  Felsen, die zum Klettern einladen. Das relativ günstige Motel in der Nähe bietet uns einen sensationellen Blick auf die Küste (http://cliftycovemotel.com/Welcome.html). Richtiges Urlaubsfeeling kommt jetzt auf! 

Restaurants in der Nähe sind rar, aber wir finden einen günstigen Diner nur wenige Kilometer entfernt. 

Interessant für Luftfahrtfreunde die Gedenkstätte für die Swissair SR 111, die 1998 hier vor der Küste abgestürzt ist (https://www.novascotia.com/see-do/attractions/swissair-memorial-site-peggys-cove/1636).

Von Peggy´s Cove nach Antigonish (45. Tag, 252km)

Am nächsten Morgen besorgen wir uns Kaffee und Croissants in Peggy´s Cove und fahren über Halifax an der Küste entlang bis Liscomb und biegen von dort nach Norden in Richtung Antigonish ab. Teilweise liegen die Morgennebel noch in den kleinen Buchten, touristisch ist so gut wie nichts erschlossen. Unbedingt empfehlenswert. Auch gibt es auf dieser Strecke die beste Lobster Roll: im „Il Porto“ in Sheet Harbour!! 

Antigonish ist eine nette Universitätsstadt mit gälischem Studienangebot! und entsprechendem Campus. Etwas außerhalb kommen wir im Oasis Motel (https://www.oasismotelcampground.ca) unter. Abends kombinieren wir das Abendessen in der Stadt (http://brownstonecafe.ca) mit einem Bummel über die Mainstreet und den Hügel hinauf zum Campus. 

Von Antigonish Ingonish, Cape Breton (46. Tag, 232km)

Nach dem Frühstück im Motel geht es weiter zum Cape Breton, auf das wir uns schon freuen. Der Trans-Canada-Highway führt bei Port Hastings über einen Damm auf die Insel und weiter nach Baddeck, wo wir bei schönstem Wetter eine ausgedehnte Mittagspause (https://visitbaddeck.com/highwheeler-cafe/) einlegen. Wir lassen an der Waterfront die Füße im Wasser des Gras d´Or Lake baumeln und schauen den Segelyachten zu. Später geht es auf der Küstenstraße weiter nach Ingonish, vorbei an kleinen Buchten, bergauf und bergab. Es braucht seine Zeit, bis wir die letzten Kilometer zurückgelegt haben und in unsere kleine Hütte einziehen können (http://seabreezecottagesandmotel.com). Sehr klein, aber gemütlich ist es hier! Schon vor ein paar Tagen haben wir für eine Woche gebucht. Endlich ausruhen, kein Kofferpacken und gemütlich in den Tag hinein leben! Praktisch: Neben der Hütte steht ein Gasgrill. Also auf in den nächsten Supermarkt, um Koteletts und Hühnerschenkel zu kaufen.

Ingonish und Ingonish Beach (47. Tag)

Das Wetter wird schlechter: Der Himmel hat sich zugezogen, die Einheimischen sprechen sogar von Schnee! Aber vorher machen wir einen hübschen Rundweg in der Nähe von Igonish Beach, bevor es anfängt  zu tröpfeln. Zurück am Parkplatz lernen wir nette Kanadier kennen, die uns spontan frischen Lobster schenken. Leider haben unsere Gastgeber in den Sea Brezen Cottages kein Hummerbesteck, sodass wir mit dem Schweizer Messer die Schalen knacken müssen. Natürlich darf der Weißwein aus dem Liqour Store nicht fehlen! Der Rest des Tages versinkt im Grau des einsetzenden Dauerregens. 



Ingonish (48. Tag)

Morgens während des Frühstücks schauen wir hinaus in eine graue Tristesse. Die Temperatur ist gefallen auf 8 Grad, die Elektroheizung läuft auf vollen Touren. Mittags machen wir uns auf zig einem Café in der Nähe. Natürlich in Regenjacken und -hosen. Sehr zu empfehlen: das Periwinkle Café (http://www.saltyrosesandtheperiwinklecafe.com/periwinkle-cafe)



Menschenleere Strände bei Ingonish, Cape Breton

Auf dem Cabot Trail (49. Tag)

Heute geht es auf den Cabot Trail! Eine landschaftlich schöne Autoroute rund um das nördliche Ende von Cape Breton. Erstaunlich, wie recht die Einheimischen haben: Morgens liegt noch Schnee auf den Kämmen der Berge, am späten Vormittag ist aber alles bei schönstem Sonnenschein weggetaut. Für die insgesamt ca. 330 Kilometer braucht man einen ganzen Tag: Den Vormittag in Richtung Norden nach Bay Saint Lawrence, dann zur Westküste nach Pleasant Bay, am Nachmittag südwärts über Chetichamps nach Margaree Harbour, zurück nach Baddeck und dann nach Ingonish. Malerische Buchten, grüne weitläufige Täler, bewaldete Mittelgebirgslandschaften vereinen sich hier auf kleiner Fläche. Gute Meeresfrüchte und frische Austern gibt es im „Rusty Anchor“ (http://therustyanchorrestaurant.com), einen guten deutschen Kaffee im Frog Pont Café bei Chetichamps (https://www.sunsetartgallery.ca/frog-pond-cafe/). Abendessen im Chowder House in Neils Harbour (https://www.facebook.com/The-Chowder-House-Neils-Harbour-Cape-Breton-Island-NS-169656649768578/?fref=nf). Was für ein schöner Tag!

Wanderung am Meer (50. Tag)

Heute fahren wir zur Celtic Lodge in Ingonish, die Nr. 1 Unterkunft hier hoch auf den Klippen über dem Meer. Vor hier geht ein spektakulärer Wanderweg zur äußersten Landzunge. (https://www.novascotia.com/see-do/trails/middle-head-trail-cape-breton-highlands-national-park/6192)

Letzter Tag in Ingonish (51. Tag)

Noch ein letzter erholsamer Tag am Strand. Danach wollen wir Austern essen: Wir lassen uns anlocken vom Hideaway Campground and Oyster Market: Ich habe mehrere Austern probiert, keine war richtig frisch. Eine riesige Enttäuschung!

Von Ingonish nach St. Peters über Louisbourg (52. Tag, 283km)

Ein bisschen wehmütig verlassen wir unsere Hütte am Morgen. Aber das Wetter ist schlechter geworden, und ein weiterer Tag nur in der kleinen Hütte nicht mehr vorstellbar. Unser heutiges Ziel: Louisbourg (https://louisbourg.ca). Im strömenden Ragen fahren wir an Sydney vorbei, von wo die Fähren nach New Foundland fahren, weiter nach Louisbourg. Aber es hat keinen Zweck: der Regen prasselt auf das Auto, die Wischer laufen auf Hochtouren. Nicht ideal für eine Besichtigungstour des weitläufigen Geländes. Wir fahren weiter nach St. Peters, wo wir schon im Bras D´Or Lake Inn gebucht haben. Sehr schön am Wasser gelegen mit einem empfehlenswerten Restaurant (www.brasdorlakesinn.com). 

Von St. Peters nach Great Village (53. Tag, 245km)

Heute verlassen wir nach einer Woche wieder Cape Breton Island. Willie Ed's Bed & Breakfast haben wir am Vorabend ausgesucht und gebucht. Auch haben wir uns eine schöne Strecke dorthin ausgesucht: Den Sunrise Trail, von Antigonish aus nach Norden, später nach Westen entlang der Küste. Hier ist kaum ein Auto unterwegs, ab und zu gibt es tolle Ausblicke auf das Meer und den weiteren Küstenverlauf. Touristisch ist diese Gegend um Cape George, Livingstone Cove und Malignant Cove kaum erschlossen. Bei New Glasgow gehen wir wieder für einige Kilometer auf den Trans-Canada-Highway, fahren um Truro herum und kommen am frühen Nachmittag im sehr gastfreundlichen Willie Ed´s B&B an. Was für ein Zimmer! Groß, geschmackvoll eingerichtet mit den besten Gastgebern, die man sich denken kann! Zu einem späten Lunch fahren wir in Richtung Westen an der Küste weiter und finden einen Kiosk mit Sitzmöglichkeiten („Diane´s“). Danach noch ein Strandspaziergang im Five Islands Provincial Park. Überraschung: Am Abend gibt es noch eine riesige Portion Eis für uns im B&B!! 

Von Great Village nach Halifax (54. Tag, 120km)

So langsam denken wir an den Heimflug. Aber immer noch gibt es viel zu sehen und zu erleben! 

Wir fahren auf die andere Seite der Codequid Bay zum Burntcoat Head Park mit dem höchsten Tidenhub der Welt (https://www.burntcoatheadpark.ca). Sehr beeindruckend ist der Moment, wenn das Wasser wieder kommt: Der (Meeres-) Boden wird von kleinen Bächen erobert, man sieht es tatsächlich, wie von Minute zu Minute der Pegel steigt. Weiter geht es dann nach Halifax, wo wir im Lord Nelson einchecken (https://lordnelsonhotel.ca). Die Tiefgarage neben dem Hotel erleichtert die Unterbringung des Autos! Jetzt erst einmal einen Kaffee im Humani-T Café (http://humanitea.com) und weiter zu einem kleinen Abendbummel in die Stadt.  Heute ist „Canada Day“, der 1. Juli und damit erleben wir ein reges Treiben rund um die Barrington Street in der Stadtmitte. Draußen sitzen im „Five Fishermen“ (https://www.fivefishermen.com) mit Weißwein und Seafood….gibt es was schöneres? Gegen 22 Uhr sehen wir, wie die Kanadier hinauf zur Festung pilgern. Wir schließen uns an und genießen das Canada Day Feuerwerk mit Ausblick auf Stadt und Bucht. Das war schön!

Halifax (55. und letzter Tag mit Heimflug, 2. Juli 2018)

Jeder Urlaub geht mal zu Ende, auch wenn er zwei Monate dauert! Heute ist es soweit. Aber vorher machen wir noch einen ausgiebigen Stadtrundgang, vor allem im Hafenviertel, wo schon viel renoviert ist, aber auch noch viel gebaut wird. Bei den vielen Besuchern, Ess- und Verkaufsständen kommt so eine Art Jahrmarktsgefühl auf. Später besuchen wir das Museum für Einwanderung (Canadian Museum of Immigration, https://pier21.ca/home) am Pier 21. Sehr zu empfehlen, sieht man doch den Umgang der Kanadier, die ja alle Einwanderer sind, mit dem Thema. Am frühen Abend müssen es nochmal frische Austern im Five Fishermen sein, bevor wir die Fahrt zum Flughafen im Norden von Halifax antreten.

Bei Alamo geben wir unseren guten Hyundai Santa Fe ab, alles völlig problemlos, checken bei Condor das Gepäck ein, und ja, das war es dann. Zwei Monate von West nach Ost durch das riesige und abwechslungsreiche Land mit seinen aufgeschlossenen und vielfältigen Einwohnern! 



Der Weg von der Festung hinunter in die Stadt