Von Winnipeg nach Sault Ste. Marie
Auf nach Kenora, einem bekannten Touristenzentrum am Lake of the Woods zwischen Winnipeg und den großen Seen. Kenora ist ein hübsches, kleines Städtchen mit 15.000 Einwohner. Die Kirche auf einer kleinen Anhöhe überragt den Ort und den See. An den Ufern des Lake of the Woods mit seinen vielen Verzweigungen und Inselchen sehen wir Häuser und Villen in allen Formen und Größen, natürlich mit der obligatorischen Bootsgarage, z.T. mit Wasserflugzeug. Stars wie Donald Sutherland, Tom Hanks, Jim Carrey oder Steven Spielberg besitzen hier Anwesen. Am späten Nachmittag checken wir für 2 Tage im Clarion Lakeside Inn and Conference Centre (https://www.choicehotels.com/ontario/kenora/clarion-hotels/cna65) ein. Am Abend speisen wir im obersten Stockwerk des Hotelturms, und zwar im Waterside Restaurant and Lounge (https://watersiderestaurantandlounge.business.site). Schön ist der Sonnenuntergang über dem See zu beobachten. Dort oben gab es auch am nächsten Morgen ein Frühstück.
Kenora (19. Tag)
Heute haben wir uns eine Schiffsrundfahrt mit der MS Kenora vorgenommen. Den Fahrplan findet man unter http://www.mskenora.com. Wir laufen vom Hotel zum Anleger und kaufen am Pavillon des Touristenbüros die Tickets. Um diese Zeit (28.5.) ist das Schiff noch nicht ausgelastet. Entspannt mit Coffee to Go sitzen wir auf dem Oberdeck und genießen das Ablegen und die etwa 3-stündige Fahrt über den weitläufigen See. Neben Ferienhäusern und Luxusvillen entdecken wir Weißkopf- Seeadler an den zerklüfteten Ufern und Inselschen. Man könnte sich vorstellen, wie vor rund 300 Jahren die ersten Pelzjäger mit ihren Kanus diesen See in Richtung Westen durchquerten….doch Wasserflugzeuge, Motorboote, Segler und Sportfischer lassen den lauten Tourismus erahnen, der im Sommer hier herrscht.
Am Abend kaufen wir unser „Menü“ im Safeway, einer Lebensmittel-Supermarktkette in Kanadas Westen. (https://www.safeway.ca/find-a-store/store/4808-safeway-kenora?utm_source=G&utm_medium=lpm&utm_campaign=Sobeys)
An der Heißtheke gibt es Hähnchenschenkel und andere Gaumenfreuden, die das Urlaubsbudget schonen. Auf den Bänken an der Promenade direkt am See genießen wir unser Abendessen, danach chillen wir auf der schwimmenden Seeterrasse unseres Hotels.
Von Kenora nach Thunderbay (20. Tag, 489km)
Endlose Wälder, runde Felsen und viele Seen kennzeichnen die Strecke des Trans-Canada-Highway von Kenora nach Thunderbay am „Lake Superior“. Hier ist der Trans-Canada-Highway zweispurig.
Außer schöner Natur mit endlosen Wäldern und Seen gibt es nicht viel. Die kleinen Orte entlang der Strecke sind nicht gerade sehenswert. An einer Rest Area kurz vor English River machen wir direkt an einem der vielen Seen Rast und picknicken an einem der Holztische. Wie kalt wohl das Wasser ist? Ich tauche meinen Fuß in das Nass - und - was für eine Überraschung - die Wassertemperatur lädt zum Baden ein. Kurz ausgezogen und mit Unterhose hinein: grandios, hier, inmitten der kanadischen Wildnis zu schwimmen. Warum das Wasser über 20 Grad hat erschließt sich uns nicht ganz. Stehendes Gewässer, ähnlich einem Moorsee, nicht allzu tief: das könnten die Gründe sein. Wie dem auch sei - ich genieße die Gunst der Stunde. Während ich bade, lernt meine Frau den LKW-Fahrer kennen, der den Rastplatz für eine Pause nutzt. Ein junger deutscher Einwanderer, der mit seiner Frau in London, Ontario lebt und sein Geld mit LKW-Touren in den Westen verdient.
Es geht weiter nach Thunder Bay, einer Industrie- und Hafenstadt am Lake Superior. (https://www.visitthunderbay.com/en/see-and-do/see-and-do.aspx). Der See erscheint eher wie das Meer, endlos. Das gegenüberliegende Ufer ist nicht mehr zu sehen. Wir nächtigen im Holiday Inn Motel, nicht zu verwechseln mit der bekannten Hotelkette. (https://www.holidayinnmotel.net/de-de). Dort bekommen wir ein Zimmer mit kleinem Balkon mit Aussicht ins Grüne. Der würde sich prima für ein Abendessen eignen: also nochmal ins Auto zum nächsten Safeway mit Heißtheke....
Am nächsten Morgen frühstücken wir fürstlich im Naxos Grill and Bar (http://www.naxosthunderbay.com). Und weiter geht es....
Von Thunderbay nach Rossport (21. Tag, 185km)
Am Morgen besuchen wir Fort William Historic Park (http://fwhp.ca), der bekanntesten Attraktion in Thunder Bay. Übrigens existiert der heutige Name der Stadt erst seit 1970: damals wurden die beiden großen Ortsteile Port Arthur (im Norden) und Fort William (im Süden) sowie zwei kleinere Ortsteile zur Stadt Thunder Bay zusammengefasst.
Das Fort der Pelzhandelsfirma Hudson Bay Company (?), gegründet 1815, besteht aus einer weitläufigen Parkanlage mit alten Gebäuden und Palisaden, einem kleinen Indianerdorf und einem Schiffsanleger am Fluss. Die Führung durch das Fort ist sehr empfehlenswert, bekommt man doch einen guten Eindruck über das Leben in der Wildnis vor 200 Jahren. Mit einem Kaffee stärken wir uns für die Weiterfahrt Richtung Osten.
Am Ortsausgang von Thunder Bay, direkt am Trans-Canada-Highway, kommen wir am Terry Fox Memorial (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Terry_Fox_(Leichtathlet)) vorbei. Von hier haben wir nochmals einen schönen Blick über Stadt und See. Zwei Stunden später erreichen wir Rossport mit seinen ca. 70 Einwohnern, ein ehemaliges Fischereizentrum. Im netten Restaurant Serendipity Gardens Café holen wir die Schlüssel für unsere Unterkunft, dem Serendipity Gardens Guest House, Gebäude in einer ungewöhnlich kreativen selbst gezimmerten Holzkonstruktion (http://www.serendipitygardens.ca). Im „Café“ reservieren wir für den Abend einen Tisch: es gibt frische Forellen. - Nach dem Essen bekommen wir unsere Frühstücksboxen für den nächsten Morgen.
Von Rossport nach Wawa (22. Tag, 294km)
Etwa die Hälfte des Weges nach Nova Scotia ist geschafft. Der nächste Abschnitt führt uns am nördlichen Ufer des Lake Superior entlang und schwenkt auf den letzten 100 km nach Südost. Wir halten an den Aguasabon Falls (http://www.terracebay.ca/visiting/attractions/aguasabonfalls/) bei Terrace Bay und bewundern die Wasserfälle von einer Aussichtsplattform.
Es geht weiter nach Wawa, ein kleines Provinznest, das wir links liegen lassen, und kommen im Parkway Motel unter (https://parkwaymotel.com). An der Rezeption wurde uns das Kinniwabi Pines Restaurant, 150 King's Hwy 101, Michipicoten, ON P0S 1K0, Kanada, empfohlen, wo wir tatsächlich sehr gut gegessen haben. Wenn ich mich recht erinnere wird das Restaurant von einer indischen Familie geführt. Auf der Terrasse hat man einen schönen Ausblick in das benachbarte Flusstal. Leider war die Terrasse wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Am nächsten Morgen haben wir auch dort opulent gefrühstückt.
Von Wawa nach Sault Ste. Marie (23. Tag, 228km)
So nah waren wir der US amerikanischen Grenze noch nie: gerade mal wenige Hundert Meter von unserem Hotel aus beginnt „Trump-Country“!
Sault Ste. Marie ist das Tor zum kanadischen Osten. Weites Land und Wildnis liegen nun hinter uns.
Die Highlights von Sault, ausgesprochen wie englisch „Soo“, wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen, sind die großen Schleusen (Soo-Locks), die vom Lake Heron zum Lake Superior führen, sowie die Algoma Central Railway durch den Agawa-Canyon (http://www.agawatrain.com). Leider fährt der Zug im Mai noch nicht, sodass wir uns auf die Soo-Locks konzentrierten.
Eingecheckt haben wir in einem Motel direkt am Fluss: Sleep Inn (https://www.choicehotels.com/ontario/sault-ste-marie/sleep-inn-hotels/cn658?mc=llyxcncnnbl&pmf=canada).
Allmählich merken wir, wie anstrengend die Reise ist. Nach der Ankunft am Nachmittag ist erst einmal ein kleines Nickerchen fällig, bevor wir in Richtung Downtown aufbrechen und dort auch essen. (http://solotrattoria.ca)
Die Soo-Lock Tours (http://www.soolocks.com) gestalten sich ein wenig problematisch: die Touren gehen NUR von der U.S. Seite aus. Wir müssen also am nächsten Tag in die USA einreisen, was wir eigentlich vermeiden wollten.
Sault Ste. Marie (24. Tag)
Soo besteht aus einem kanadischen Teil im Norden und einem kleineren Teil im Süden, der schon zu Michigan gehört. Eine Stahlbrücke verbindet beide Teile, auf der anderen Seite befinden sich die U.S. Customs. Hier fahren wir heute vor und machen uns auf unhöfliche Umgangsformen und einen langen, formalen Einreiseprozess bereit. Aber nichts da: höflich, kompetent und schnell wird das Einreiseprozedere abgewickelt, eine halbe Stunde später fahren wir schon in die
Vereinigten Staaten.
Hier hält man sich linker Hand immer dem Fluss entlang zur Einschiffstation. Die ca. 3-stündige Fahrt geht durch die größte Schleuse hinauf zum Lake Superior, vorbei an einem riesigen Stahlwerk zurück durch die kleine kanadische Schleuse.
Noch einen Crêpe in den Staaten, danach wird der Wagen vollgetankt (so preiswert werden wir es nicht mehr haben!) und zurück nach Kanada, was sich als sehr unproblematisch erweist.