Vancouver

Vancouver, BC (British Columbia)
(
1. und 2. Tag)
Kurzum: Dies ist eine schöne und interessante Stadt. Schön ist die Lage der Stadt auf einer Halbinsel am Pazifik direkt vor der sog. Coastal Range, der Gebirgskette, die den Rockies vorgelagert ist. Interessant die Mischung aus Kulturen aus aller Welt, vornehmlich aus dem asiatischen Raum. Dies hat Auswirkungen auf das kulturelle Leben, die Küche und das tägliche Miteinander. 

Übernachtet hatten wir ein Jahr zuvor im Pan Pacific Hotel am Canada Place. Außergewöhnliche Ausblicke auf die Harbour Bay oder auf die Hochhäuser der Down Town rechtfertigen die hohen Zimmerpreise. Unweit dieses Hotels legen die Kreuzfahrtschiffe an. In ca. 500m Distanz liegt das Vancouver Harbour Flight Center, wo non-stop die Wasserflugzeuge starten und landen. 

An der Bayfront reihen sich die (Touristen-) Restaurants. Es besteht die Möglichkeit (so haben wir es bei jenem ersten Aufenthalt gemacht), mit dem Zug direkt vom Flughafen dorthin zu fahren. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass man dort kaum auf Kanadier trifft. Hier beherrschen Europäer, Amerikaner und Asiaten die Straßen. 

Ganz anders die English Bay im Westen: man merkt, dass rund um die Denman und Davis Street sowie am Pazifikufer das Leben brodelt: Jogger, Businessleute in der Lunchpause, Wassersportler,  vor allem viele junge Leute zieht es dorthin. Dort liegt das Sylvia Hotel mit seiner schönen Bar und dem hauseigenen Parkplatz. Von dort ist man in wenigen Metern am Strand, im Langley Park oder in Downtown. Die Hotelzimmer entsprechen nicht mehr den aktuellsten Ansprüchen, sind aber sauber und ausreichend groß. Abends geht man in die Cactus Bar direkt am Wasser mit asiatischen frischen Gerichten und genießt den Sonnenuntergang. Gerade am ersten Abend nach der Ankunft in Kanada bietet sich dies an! Dort verbrachten wir die ersten beiden Nächte unserer Trans-Canada-Reise.



Unsere „Musts“ in Vancouver:

  • English Bay, siehe oben;
  • Canada Place, siehe oben 
  • Gas Town, das alte Hafenviertel mit Cafés, Boutiquen und alten Häusern;
  • Langley Park, wunderbar zum Spazierengehen unter riesigen Zypressen ?;
  • The Teahouse im Langley Park, ein wunderbar altmodisch-gemütliches  Restaurant mit tollen Fischgerichten und guter Weinauswahl mit Blick auf die Bay;
  • Aquarium im Langley Park, eine Orgie von Formen und Farben der Unterwasserwelt. Dazu Eisbären, Seehunde u.v.a.m.
  • Museum of Anthropology, in exponierter Lage auf dem Campus. Es gibt überwältigende Einblicke in die Kultur der First Nations (
  • Grouse Mountain, mit der Seilbahn 2.000m über die Stadt mit entsprechend schönen Ausblicken. Wer dort ein wenig wandert kommt gleich in den Genuss der kanadischen Natur....
  • Wenn Sie gerne Austern und frischen Fisch essen, dann langen Sie hier  zu. Erst am Atlantik gibt es wieder die Chance auf erschwingliche Preise
  • Natürlich noch vieles andere mehr.

Von Vancouver nach Summerland - von Urbanität ins beschauliche Weinanbaugebiet (3. Tag)

IAm  11. Mai wurde es dann ernst: going east! Unterkünfte hatten wir uns noch keine herausgesucht, wir wollten jedenfalls in der Nähe von Kelowna übernachten. Für eine Mittagspause planten wir das kleine Bergarbeiterstädtchen Hope ein.  Wie man der Karte entnehmen kann, sind wir nicht über den Kanada Highway (blaue Linie) nach Hope gefahren, sondern über Landstraße (schwarze Linie, Nr. 7a und 7). 

Zunächst durchqueren wir unterschiedlichste Stadtteile von Vancouver. Auch in dieser attraktiven Stadt sind Obdachlose und Drogensüchtige zuhause, Armut prägt manches Quartier östlich hinter Gastown. 

Später folgen die unvermeidlichen Suburbs mit Wohnblocks und Einfamilienhäusern, bis dann hinter Coquitlam die Natur die Oberhand gewinnt. 


Vor uns die Coastal Range, majestätisch hohe Berge, zum größten Teil noch mit Schnee bedeckt. Wettermäßig haben wir Glück: nach 2 Tagen durchsetztem Wetter in Vancouver mit 15 - 20 Grad ist es jetzt richtig sonnig und warm. Dieses Glück sollte uns auch die kommenden Wochen begleiten. 

Hope ist das Eingangstor für die Berge: hier kommt der Fraser River aus seiner engen Schlucht und breitet sich danach im pazifischen Schwemmland aus. Das kleine Städtchen hat einen hübschen Park im Zentrum, an der Main Street gibt es ein paar einfache Cafés und Restaurants, weiterhin ein Bergbaumuseum. 


In Hope verlassen wir den Trans-Canada-Highway. Dieser biegt nach Norden entlang des Fraser Rivers ab. Tipp: Ca. 50km nördlich von Hope stürzt sich der Fraser River durch den Hells Gate, eine von steilen Felsen gesäumte Schlucht, durch die sich der Fluss zwängt. Man kann hinunter laufen oder auch die kleine Seilbahn nutzen. 


Ab Hope nehmen wir jedoch die Nr. 3 in Richtung Princeton, eine gut ausgebaute Nationalstraße, die durch mehrere Provincial Parks führt. Kurvenreich, mit immer schönen Ausblicken geht es mehrmals hinauf und herunter, vorbei am Copper Mountain, in dessen Umgebung die Natur aufgrund der Minentätigkeiten sehr gelitten hat. In den Wäldern liegt noch Schnee, die Flüsse sind über die Ufer getreten, die Natur ist im Aufbruch.

Nach Princeton, einer Bergarbeiterstadt, geht es durch das liebliche Tal des Similkameen River in Richtung Karemeos und von dort nach Summerland am Okanagan Lake. Summerland selbst liegt oberhalb des Okanagan Lake, ca. 3 km vom Ufer entfernt.


Nach ca. 400 km abwechslungsreicher Fahrt freuen wir uns auf eine komfortable Unterkunft und ein gutes Abendessen: das Summerland Waterfront Resort mit dem Restaurant Local on the Lakeshore (https://summerlandresorthotel.com). Im Resort können wir den Übernachtungspreis mit dem freundlichen Personal an der Rezeption leicht nach unten korrigieren, was uns schon mal positiv stimmt. Das Zimmer selbst ist für zwei Personen sehr geräumig, modern, mit Seeblick. Einziges Manko: die Klimaanlage lässt sich nicht abschalten. Später gönnen wir uns noch ein leckeres Abendessen im Restaurant.



Von Summerland nach Nakusp - von der Sommerfrische zu den schneebedeckten Gipfeln (4. Tag)

Am nächsten Morgen fahren wir zum Frühstück in die Main Street, weil uns dort eine Bakery von deutschen Einwanderern empfohlen wurde. Dort geniessen wir die Morgensonne an einem kleinen Bistrotisch auf dem Bürgersteig mit Croissants und Kaffee. - Stichwort Kaffee: wie in den USA ist der kanadische Kaffee nicht mit deutschem Filterkaffee zu vergleichen. Regular Coffee ist warmes Wasser mit leichtem Kaffeegeschmack. Manchmal wird auch eine zweite Sorte angeboten: Robust Coffee, der stärker sein soll. Einen Unterschied haben wir aber nicht feststellen können. Besser sind dann schon die eher seltenen Angebote an Latte (macchiato), Espresso oder Americano. Diese entsprechen eher dem europäischen Geschmack, weil sie mit z.T. italienischen Maschinen gebrüht werden. Ist keine Espressomaschine in Sicht, muss man sich mit Regular oder - wenn man Glück hat - mit Robust begnügen. Als Muntermacher taugen sie nichts.


Summerland ist ein kleines Städtchen, durch Landwirtschaft und Weinanbau geprägt: eine Main Street im Zentrum, daneben Agrar- und Baumärkte. Ein Abstecher dorthin ist weniger lohnenswert. Allerdings ist die gesamte Region um den Okanagan Lake für den Weinanbau bekannt. Im Teahouse in Vancouver hatten wir einen sehr guten Roséwein aus Summerland getrunken. Zu dem Weingut „unseres“ Roseweins  (http://okanagancrushpad.com) fahren wir an diesem Morgen auf gut Glück. Keine Ahnung, was uns dort erwartet. Am Ende ist es eine supermoderne Produktionsstätte mit einem kleinen Seiteneingang für Verkauf und Verköstigung. Eine aus Deutschland eingewanderte Angestellte - dies soll uns noch öfters begegnen - offeriert uns freundlich einige Weinproben. Am Ende kaufen wir sechs Flaschen Rosé aus der Narrative als auch der Haywire Linie. Ich kann an dieser Stelle verraten: bis zur Ostküste sind die Flaschen nicht gekommen! Weiter geht’s nach Kelowna. Die relativ neuen Uferanlagen mit Park sowie der neue Hoteldistrikt nahe am See haben der Stadt optisch gut getan. Gegenüber dem Park startet die Main Street mit vielen Bars, Restaurants, Eisdielen und Imbissen. - Kelowna mit seinen 120.000 Einwohnern ist in dieser Region die größte Stadt. In einem Umkreis von 200 km kommen die Kanadier hierher, um alle Dinge für das tägliche Leben einzukaufen. Riesige Bereiche mit Super- und Baumärkten, Autohäuser, Fast Food Läden u.v.a.m. schließen sich direkt an das Zentrum an. 


Später biegen wir im hübschen Vernon (41.000 Einwohner) nach Osten in Richtung Lower Arrow Lake / Needles Ferry ab. Wir fahren auf einer breiten Landstraße, die anfangs durch Agrarland führt und später einen Hauch kanadischer Wildnis ausstrahlt. Die vielen Baustellen, an denen der „Flagman“, der öfters auch eine Frau ist, die Durchfahrt regelt, waren der Tribut an den langen Winter. Schneereste an beiden Seiten der Straße, reißende Gebirgsbäche, knospende Bäume, dazu 25 Grad Wärme mit blauen Himmel: so muss Urlaub sein!


Der Columbia River, der später über die US-Grenze nach Washington State und später in den Pazifik mündet, ist im Oberlauf mehrfach gestaut. Der Lake Revelstoke und die Arrow Lakes sind das Ergebnis. Es gibt ein Abkommen über Wasserrechte mit dem südlichen Nachbarn USA, der nach Bedarf das Wasser „abrufen“ kann, sodass sich der Pegel schnell über mehrere Meter verändert. 

Die Needles Ferry bringt uns über den Lower Arrow Lake nach Faulkier, von wo es nicht mehr weit zu unserer Hütte bei Burton ist. (In B.C. kosten die Fähren nichts!) Allerdings können wir die Unterkunft erst am nächsten Tag beziehen. Also beschließen wir, diese Nacht in Nakusp zu verbringen.


Das kleine Städtchen mit seinen 1.600 Einwohnern ist stolz auf seine schöne  Seepromenade, die sich mehrere hundert Meter am Wasser entlang windet. Von hier hier hat man den freien Blick auf Berge und See, der zu Kanutouren einlädt. Ebenso gibt es ein kleines Strandbad. Aufgrund der Wassertemperatur kann man allerdings nur in den warmen Sommermonaten schwimmen. An der Main Street gibt es mehrere Restaurants, ein Café, insgesamt drei Hotels, Shops mit Kunsthandwerk, einen Supermarkt sowie zwei Tankstellen. Alles sehr klein und beschaulich. Deshalb sind wir hier! 


Übrigens: nördlich von Nakusp, nur  wenige Kilometer entfernt gibt es in einem kleinen Seitental heiße Quellen mit einem entsprechenden Bad. 


Abends checken wir in der „The Lodge of Arrow Lakes“ ein, einem einfachen Motel direkt im Zentrum. Am Abend versuchen wir die Pizza bei „Karl‘ s Pizza N More“. Karl selbst lernen wir auch kennen: ein deutscher Einwanderer aus dem Kreis Groß-Gerau, seit ca. 20 Jahren in Kanada. Zurück möchte er und seine Frau nicht, beide fühlen sich wohl als Kanadier, die beiden Söhne sind Polizist und Zimmermann. Sie arbeitet im „Medical Center“ als Physiotherapeutin.

Arrow Lakes und Lake Kootenay - der Traum vom einfachen Leben (5. - 9. Tag)

Vor unserer Ankunft in der Blockhütte direkt am Arrow Lake kaufen wir im Supermarkt  Nakusp kräftig ein:  Kaffee, Milch, Zucker, Brot, Butter, Nudeln, Fleisch, und und und. Eine Packung mit diversen Gewürzen hatten wir aus Deutschland mitgebracht. So waren wir für die kommenden fünf Tage gerüstet. Unsere kleine Blockhütte haben wir über Bekannte gebucht, 35 km südlich von Nakusp bei Burton. Das Internet bietet eine stattliche Anzahl von Ferienhäuschen bzw. Hütten und Wohnungen am Arrow Lake an. 


Die Vermieter sind ebenfalls deutsche Einwanderer und beraten uns gerne für die Ausflüge, die wir in den nächsten Tagen vorhaben.  

Zu den Ausflügen: eine Ausfahrt mit dem Boot über den stillen See. Dabei konnten wir einen jungen Grizzlybären und einen Weißkopfadler beobachten, und eine Lachsforelle spendierte ihr Leben für unser Abendessen. 

Einen Nachmittag verbrachten wir in Nakusp. Gut gefallen haben uns Kaffee und Kuchen auf der schönen Terrasse des Leland Hotels (abends an den Wochenenden mit Livemusik).

Der dritte Tagesausflug, mit dem Auto ca. 280km, führt uns über Nakusp und New Denver zunächst zur Ghosttown Sandon, dann weiter zum netten Kaslo am Lake Kootenay. Von dort aus über die Route 31 zum Trout Lake und  und weiter zum Upper Arrow Lake und zurück nach Nakusp zu den , Hot Springs. 

In Sandon, über eine Piste in 1.000m Höhe erreichbar, stehen die Überreste einer ehemaligen Bergarbeiterstadt an einer Silbermine. Einzelheiten finden Sie unter https://en.m.wikipedia.org/wiki/Sandon,_British_Columbia. Wir fanden es sehr interessant, auch kann man von dort schöne Wanderungen unternehmen.


In den Ort Kaslo (knapp 1.000 Einwohner, https://en.m.wikipedia.org/wiki/Kaslo) am Lake Kootenay haben wir uns ein bisschen verliebt: traumhafte Lage direkt am See, nettes, überschaubares Zentrum mit z.T. alten Gebäuden aus der Zeit, als der Silberbergbau die Gegend noch prägte. Dazu gehört auch der alte Raddampfer im Hafen, den man besichtigen kann. Nicht unerwähnt bleiben sollte das Kolkrabenpärchen, das im Zentrum des Ortes immer wieder für Aufsehen sorgt:ganz selbstverständlich stolzieren die Tiere über die Hauptkreuzung im Ort und schauen, ob ihnen etwas aus den Autos zugeworfen wird...

Für einen Imbiss zu empfehlen: Mountain King Takeout schräg gegenüber dem Raddampfer. Dort wird deutsch gesprochen! Als wir erwähnen, dass wir über die Nr. 31 zum Trout Lake fahren möchten, werden wir eindringlich gewarnt: unbedingt im Radio den Straßenzustandsbericht abhören. Bei Gewitter und/oder Regen kann die Straße unbefahrbar werden. Das flösst uns eine Menge Respekt ein - aber wir machen es trotzdem, und wir bereuen es nicht. 


Ein wildes, durch Wasser geprägtes Tal vor und nach Poplar Creek sowie die Strecke oberhalb des Trout Lake. Unterhalb der Brücke bei Gerrard stehen die Forellen im glasklaren Wasser! Dann gehts zurück nach Nakusp und entspannen uns nach der langen Fahrt in den Hot Springs. Bis zu 40 Grad hat das Wasser in den verschieden temperierten Freiluftbecken. Wunderbar! Während unseres Aufenthaltes dort graste ein Braunbär entlang der Zufahrtsstraße und am naheliegenden Campingplatz. Mit dem Auto kamen wir ganz nahe an ihn heran. So possierlich das Tier ist: die Leute auf dem Platz ließen größte Vorsicht walten. Bei unserer Abfahrt später war er verschwunden.



Oben rechts: Mainstreet im Örtchen Hope am Fuß der "Rockies".