Rückfahrt über Port-au-Port Halbinsel
Vom Blue Canoe Campground zur Port-au-Port Halbinsel, Port aux Basques, Cape Breton zurück nach Bedford und Rückflug.
Tag 35
Wie schnell die Zeit vergeht! Heute ist schon der 24. Juli! Am 27. ist die Rückfahrt auf der Fähre gebucht.
Wir entscheiden, die letzten Tage auf der Port au Port Halbinsel zu verbringen und fahren (mal wieder) über Dear Lake (Tanken und DEF) und Stephenville zum zum Piccadilly Park, einem riesigen Camping- und Stellplatz, der noch gar nicht eröffnet ist. Der freundliche Besitzer lässt uns jedoch für wenig Geld (15 CAD/Nacht) auf das Terrain und wir finden einen traumhaften direkt an der Küste. Es gibt jedoch kein Strom und Wasser, die Toilettenhäuschen in der Nähe sind sehr primitiv, aber die Lage ist einzigartig!
Interessant sind die geologischen Formationen und Faltungen am Strand an den Stellen, wo die oberste Schicht abgetragen worden ist. So oder so ist Neufundland so etwas wie das Paradies für Geologen!
Tag 36
Heute umfahren wir die Port-au-Port Halbinsel. Zuerst fahren wir den südwestlichsten Punkt an, wobei es durch kleine Küstendörfer und an einem riesigen Zementwerk vorbeigeht. Cap de Boutte nennt sich dieser Ort. Dort steht ein Denkmal für die 1755 vertriebenen Akadier. Akadien war im 17. und 18. Jhd. eine französische Kolonie, die Teile von Nova Scotia (auch die Festung Louisbourg), Prince Edward Island und New Brunswick sowie Maine umfasste. In mehreren Auseinandersetzungen mit den Engländern, die schließlich die Oberhand gewannen, wurden ca. 10.000 französisch stämmige Bewohne von Nova Scotia (Acadie) nach Frankreich zwangsdeportiert oder flüchteten selbst in andere Teile Kanadas, wie z.B. die Westküste Neufundlands. Ein Teil von ihnen fanden in Louisiana, USA, eine neue Heimat.
Hier, auf der Port-au-Port Halbinseln siedelten daher viele Acadier und trieben Vieh- und Landwirtschaft. In einigen Orten wird nur französisch gesprochen, wie wir selbst bei unserer Rast in Mainland erleben durften.
Am Cap de Boutte wird regelmäßig Brot gebacken und verkauft, hinter dem Parkplatz gibt es zahlreiche Wanderwege, die zum eigentlichen Cap führen. Wir sind dort an der Steilküste entlang gelaufen und staunten über die verschiedensten Pflanzenarten und Ausblicke. Leider gab es überall Spuren von ATVs (Quads), die anscheinend zum Spaß hier durch die schöne Natur bewegt werden.
Die Rast im Tea Room des Mainland Cultural and Heritage Centre zeigte uns, dass die akadische Kultur hier intensiv am Leben erhalten wird: Mit unsere kleinen Französischkenntnissen konnten wir uns beim Bestellen über Wasser halten!
Abends erlebten wir das Gleiche auf unserem schönen Stellplatz: mit einem Mal kamen 3 ATVs mit Jugendlichen auf den Strand gefahren und zogen ihre Kreise. Zumeist sind die geländegängigen Fahrzeuge getunt und daher sehr laut. Bis zu 3-4 Kilometer weit konnte man sie noch hören. Glücklicherweise dauerte es nur eine halbe Stunde.
Tag 37
Schweren Herzens treten wir heute den Rückweg an: zurück nach Port-au-Port, Stephenville und weiter in Richtung Port-aux-Basques. Die letzte Nacht wollen wir wieder auf dem J.T.Cheeseman Park verbringen, auf dem wir auch die erste Nacht verbracht haben.
Ca. 25 km vor Port-aux-Basques kommt wieder der typische Nebel auf, der uns auch bei der Ankunft empfing.
Im J.T. Cheeseman Park bekommen wir einen schönen Platz, machen noch eine "Abschlusswanderung" zum Meer. Die Fähre wird erst morgen um 12:30 Uhr abgehen, zwei Stunden müssen wir vorher dort sein. Daher haben wir keinen Zeitdruck zum Entsorgen der Grauwasser- und Schwarzwassertanks sowie der Anfahrt. Weiterhin haben wir sicherheitshalber wieder einen Platz bei den Bird Islands Boat Tours (https://birdisland.net/) reserviert, da wir erst gegen 17:30 Uhr in North Sydney ankommen.
Tag 38. Unser Schiff zurück. Diese mal tagsüber, aber leider wieder keine Wale.
Abwarten und Kaffee trinken. Alles sehr unproblematisch.
Nordspitze von Cape Breton.
Ankunft in North Sydney. Dann Weiterfahrt zum RV Stellplatz bei Bird Islands.
Tag 39
Die Bird Island Tour. Mit einem kleinen Motorschiff fahren wir mit ungefähr 20 weiteren Personen eine halbe Stunde hinaus in das offene Meer, wo sich zwei langgestreckte Inseln drei Kilometer vor der Küste befinden. Die unterschiedlichsten Seevögelarten nisten hier, aber auch Weißkopfadler und Seehunde können wir beobachten. Das Boot kommt ziemlich nahe an die Tiere ran, ein absolutes Muss für Seevögel-Fans!
Am frühen Nachmittag sind wir die wenigen Kilometer weiter nach Baddeck gefahren und checken auf dem Bras d´Or Lakes campground (https://brasdorlakescampground.ca/), einem weiträumigen Gelände auf der rechten linken Seite des Highway, sechs Kilometer westlich von Baddeck. Später stärken wir uns erst einmal im High Wheeler Café (https://www.facebook.com/baddeckcafe/?locale=de_DE) in der Chebucto Street. Das kannten wir noch aus 2018 und wussten, dass es gut ist.
Tag 40
Heute haben wir viel vor: Das Alexander Graham Bell Museum (https://parks.canada.ca/lhn-nhs/ns/grahambell), der Farmer Market in der Nähe und Reservierung für das Abendessen im "The Freight Shed" direkt im Hafen (https://www.facebook.com/thefreightshed/?_rdr).
Der Farmer Market ist Samstags auf dem Parkplatz des Museums. Brot, Kuchen, Obst und Gemüse werden an den Ständen geboten. Man merkt allerdings, dass man sich in einer "feinen" Gegend aufhält: Viele gut situierte Kanadier leben in und um Baddeck.
Das Museum ist der Hammer: Mit was sich Bell alles beschäftigt hat: Telefone, Flugzeuge, Boote, die auf dem Bras d´Or Lake getestet wurden, und anderes. Er hatte hier auf Breton Island ein Haus.
Ein tolles Abendessen in the Freight Shed beendet diesen schönen Tag.
Der Farmermarket in Baddeck oberhalb des Alexander Graham Bell Museums.
Das Museum.
Prototyp eines Versuchs-Tragflächenbootes, die an die US Marine verkauft werden sollten. Jedoch kam es niemals zu einem Vertrag.
The Freight Shed im Hafen.
Tag 41.
Ein Regentag. Wir faulenzen am Bras d´Or Lake.
Tag 42
Halbwegs gutes Wetter und es geht in Richtung Halifax. Natürlich wollen wir eine Pause einlegen und finden am, verlassen bei Truro den Highway und gelangen nach Debert, wo bei einem großen Garten- und Einkaufscenter ein Kiosk unter dem "Leuchtturm" frittiertes Allerlei - Scallops, Shrimps, Haddock - anbietet.
Später geht es weiter in Richtung Süden, wo wir uns in der Nähe von Fraserway Bedford einen Stellplatz ausgeguckt haben: den Woodhaven RV Park (https://woodhavenrvpark.com/). Jetzt heißt es saubermachen, Koffer packen, noch einmal grillen. Das Auto soll spätestens um 12 Uhr am nächsten Tag bei Fraserway abgegeben werden, der Flieger geht erst um 20 Uhr, also gibt es am nächsten Tag keinen Stress.
Tag 43
Nach dem Frühstück verschenken wir noch einige Lebensmittel an unsere Stellplatznachbarn, entsorgen nochmals Grau- und Schwarzwasser, tanken voll und dann gehts wieder nach Bedford zur Abgabe.
Ein bisschen haben die Befürchtung, dass die Abgabe des Fahrzeugs problematisch werden könnte. Aber siehe da: Die Managerin bei der Fahrzeugübergabe arbeitete nicht mehr für Fraserway. Der neue Stationsleiter nahm den Camper ohne Probleme ab, alles vollkommen entspannt. Insgesamt sind wir 6.100 km gefahren, d.h. 1.100 km mehr als vorher vereinbart, so dass wir 528 CAD nachzahlen mussten. Also überschaubar.
Der Shuttle Bus bringt uns zum Airport, wo wir die Wartezeit bis zur Öffnung der Condor Schalter mit einem Muschelessen überbrücken. Ein Glas Wein durfte auch dabei sein.
Perfekter Abschluss eines perfekten Urlaubs! (Außer den nicht gesehenen Walen!)